Kurzläuferfonds

Betrachtet man sich die heutige Zinsstrukturkurve (das ist eine grafische Darstellung der Zinssätze für Geldanlagen für einem Tag Laufzeit bis zu dreißig Jahren oder darüber), so fällt einem schnell auf, dass kurzfristige Anlagen derzeit gleich viel oder sogar mehr Rendite abwerfen als langfristige. Experten sprechen von einer flachen Renditestruktur. Solche ungewöhnlichen Phasen treten an den Kapitalmärkten immer mal wieder auf, vor allem dann, wenn eine Rezession bevorsteht oder erwartet wird, dass die Zentralbank die Zinsen senken wird.

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Viele Anleger stellen sich in solch einem Szenario die Frage, wie, das heißt mit welcher Laufzeit sie ihr Geld am besten investieren sollen. Da eine Entschädigung für eine längere Laufzeit in Form eines Zinsaufschlages zu kurzen Laufzeiten momentan nicht bezahlt wird, bietet sich eine Strategie an, das Geld eher kurzfristig zu parken um dann bei wieder attraktiveren Langfristzinsen eine solche Investition zu tätigen.

Nun kann man als Anleger diese Strategie selbst versuchen umzusetzen, indem man selbst die geeigneten kurzlaufenden Wertpapiere selektiert und entsprechende Kaufaufträge platziert. Allerdings ist dies bei einer Auswahl von vielen Tausenden Rentenpapieren sehr aufwendig, zudem fallen bei solchen Anleihen die Kauf- und Verwaltungsgebühren überproportional ins Gewicht. Berücksichtigt man dazu noch die wiederum mit Kosten verbundene Wiederanlage des Geldes in absehbarer Zeit, dann kommt man schnell zur Erkenntnis, dass dies ein müßiges Unterfangen darstellt.

Für die Umsetzung der Strategie bieten sich deshalb so genannte Kurzläuferfonds an. Diese Art von Fonds investieren –wie der Name schon suggeriert- in Rentepapiere mit kurzer (Rest)Laufzeit. Dabei werden vom Management entweder neu aufgelegte Titel mit einer Laufzeit von max. 2 Jahren erworben oder aber bereits umlaufende Wertpapier mit einer entsprechend kurzen Restlaufzeit von nur noch wenigen Monaten gekauft. Die dabei anfallenden Kosten sind relativ betrachtet wesentlich geringer als bei Privatanlegern, weshalb hier ein häufiges Umschichten des Bestandes nicht zu sehr zu Lasten der erzielbaren Performance geht.

Ein weiteres wichtiges Argument pro Kurzläuferfonds ist das im Vergleich zu „normalen“ Rentenfonds wesentlich geringere Zinsänderungsrisiko. Hierzu muss man wissen, dass die Kurse von Rentenpapieren bei steigenden Zinsen nachgeben und man als Anleger dann einen Wertverlust hinnehmen muss. Dieser Effekt ist um so größer, je länger die Laufzeit eines Wertpapiers ist. Dieses Zinsänderungsrisiko lässt sich durch die Investition in einen Kurzläuferfonds elegant umgehen. Man ist mit seiner Investition in einen solchen Fonds zinsmäßig betrachtet immer auf der richtigen Seite, denn die Rendite gleicht sich regelmäßig immer dem sog. Geldmarkt, das ist der Teil des Kapitalmarktes für kurzfristige Gelder, an.

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