Hedgefonds
Gemeinsames Ziel aller Arten von Hedgefonds ist es meist, unabhängig von der allgemeinen Kapitalmarktentwicklung eine absolute positive Performance für die Anleger zu erreichen. Der für die Bezeichnung dieser Assetklasse etablierte Begriff Hedgefonds ist dabei aber durchaus kritisch zu betrachten, den das englische Wort to hedge bedeutet im Finanzjargon eigentlich "sich (gegen Risiken) absichern". Zur Umsetzung der Anlageziele werden aber in der Regel alles andere als absichernde Strategien umgesetzt. Zur Ausnutzung von Marktineffizienzen erfolgen Investments in Derivaten, Aktien, Renten, Zinsen oder Rohstoffen um absolute Gewinne zu erzielen und nicht nur einen Mehrertrag gegenüber einem Vergleichsindex. Und das möglichst in jeder Börsenlage, bei steigenden oder fallenden Kursen.
Wissenswertes über Gefahrgutkartons.
Hierfür haben sich in den vergangenen Jahrzehnten, in denen solche Arten von Kapitalsammelstellen bereits im großen Stil die Kundengelder mehr oder weniger erfolgreich vermehren, folgende grundlegende Investmentstile herausgebildet:
Relative-Value: Hier versucht der Fondsmanager vermutete Preisungleichgewichte von Finanzinstrumenten wie Aktien oder Währungen durch gezieltes Über- und Untergewichtungen bzw. Kauf des unterbewerteten und Verkauf des überbewerteten Vermögenswertes auszunutzen
Arbitrage: Hier werden Preisverwerfungen gleicher oder verwandter Finanzinstrumente an unterschiedlichen Märkten gewinnbringend und risikoneutral ausgenutzt. Z.B. notiert Aktie A an der Börse in Frankfurt zu 100 EUR und an der Börse in Mailand zu 100,50. Der Hedgefonds kauft nun das Papier in Frankfurt und verkauft es gleichzeitig in Mailand.
Event-Driven: Diese Strategie zielt ab auf Erträge aus Sondersituationen und bestimmten Ereignissen wie erwartete Firmenübernahmen, anstehenden Konkursen oder der Umstellung von Vorzugs- auf Stammaktien
Global-Macro: Bei der Global-Macro Strategie steht die Ausnutzung gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen und Trends im Mittelpunkt der Bemühungen des Fondsmanagements. Eine erfolgreiche Strategie besteht z.B. darin, Investitionen mit Blick auf eine erfolgreiche EU-Osterweiterung oder das asiatische Wirtschaftswunder zu tätigen.
In Deutschland ist die Auflage von Hedgefonds seit 2004 erlaubt, allerdings nur in Form von Dachfonds. Single-Hedgefonds dürfen nur als so genannte Privatplatzierung an die Anleger gebracht werden, sind in der Form eines Single-Fonds allerdings nicht erlaubt. Es müssen insgesamt sehr hohe Transparenzanforderungen eingehalten werden und spezielle Risikohinweise an den Anleger gegeben werden. Dass diese Sicherheitsmechanismen durchaus sinnvoll sind, hat die jüngste Vergangenheit mehrfach gezeigt. So ist im Jahr 1998 nur durch eine konzertierte Aktion mehrerer Notenbanken der Zusammenbruch des Hedgefonds LTCM verhindert worden. Die Sorgen der Zentralbanker zielen darauf ab, dass die Insolvenz eines großen Hedgefonds aufgrund der Vernetzung der Kapitalmärkte und der hohen Kreditaufnahme der Fonds eine ernsthafte Bankenkrise heraufbeschwören könnte.
