Geschlossene Fonds
Geschlossene Fonds investieren das Geld der Kunden in der Regel in nur einem Projekt. Dies kann eine Immobilie, aber auch ein Schiff oder ein Medienereignis sein.
Das für das Projekt notwendige Geld wird über Banken oder auch direkt bei den Kunden eingesammelt. Ist das notwendige Geld zusammen, wird der Fonds geschlossen. Die Laufzeit dieser Fonds richtet sich nach dem jeweiligen Investment. Bei geschlossenen Immobilienfonds liegt die Laufzeit bei durchschnittlich 20 Jahren, bei Schiffsfonds um 15 Jahren.
Hierbei ist zu bedenken, dass ein Verkauf der Fondsanteile nur schwer vorzeitig möglich ist. Zwar haben viele Gesellschaften mittlerweile einen funktionierenden Zweitmarkt aufgebaut, doch der Verkauf ist hier nur mit hohen Abschlägen möglich.
Die Auflage von geschlossenen Fonds erfolgt in der Regel von Kapitalgesellschaften, die in Form einer Kommanditgesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet werden. Der Investor wird durch die Kapitalanlage Kommanditist, also Teilhaber. Hiermit verbunden sind die unternehmerischen Risiken. Sollte ein Fonds keine Gewinne erwirtschaften und eventuell sogar Verluste schreiben, ist der Totalverlust der Anlage möglich. Bei einigen Fonds, dies ist zum Beispiel bei der Auflage durch GbR-Gesellschaften möglich, kann der Kunde auch zu weiteren Zahlungen verpflichtet werden (Nachschusspflicht).
Auf der anderen Seite bieten geschlossene Fonds hohe Renditeaussichten. Diese liegen zwischen 6 und 9 Prozent pro Jahr, mitunter sogar höher. Die Gewinne aus geschlossenen Fonds werden steuerlich als Einnahmen aus Gewerbebetrieb gesehen. Vor allem Schiffsfonds bieten hier zusätzliche Steuersparmöglichkeiten, denn die Erträge werden durch die so genannte Tonnagesteuer nur pauschal versteuert.
Einige der Steuerschlupflöcher, wie diese zum Beispiel bei geschlossenen Immobilienfonds vorhanden waren, wurden jedoch von der Regierung mittlerweile geschlossen. Bis 2005 war es zum Beispiel möglich, Verluste durch Abschreibungen zu erzielen, um dadurch die persönliche Steuerlast zu senken. Doch noch immer sind geschlossenen Fonds für Renditeanleger interessant.
Wer in geschlossene Fonds investieren möchte, sollte sich sowohl die Gesellschaft als auch das jeweilige Projekt genau ansehen. Zur Prüfung muss für jeden Fonds ein Prospekt gedruckt werden, der alle relevanten Informationen wie zum Beispiel Gewinnprognosen und vorhandene Risiken genau beschreibt. Auf die hierin genannten Daten müssen sich die Kunden verlassen können. Sollten unzureichende oder gar falsche Informationen abgedruckt werden, greift die Prospekthaftung und die Gesellschaft muss für eventuell entstehende Verluste haften.
