Containerfonds
Containerfonds, auch Schiffsfonds genannt, gehören zu den geschlossenen Fonds. Sie investieren das Geld der Investoren in den Kauf oder den Bau eines Schiffes, das dann an die Nutzer vermietet wird. Die Erträge hieraus betragen zwischen 8% und 10% pro Jahr. Günstig für die Käufer der Fonds ist die steuerliche Behandlung, denn es muss nur ein kleiner Teil des Ertrages versteuert werden.
Wie oben erwähnt gehören Containerfonds zu den geschlossenen Fonds. Hierbei wird das für das Projekt notwendige Kapital bei den Anlegern eingesammelt, danach wird der Fonds geschlossen. Die Laufzeiten dieser Fonds betragen zwischen 15 und 20 Jahren. Dies ist abhängig von der Nutzungsdauer des jeweiligen Schiffes, denn der Fonds wird erst bei Verkauf des Schiffes aufgelöst. Während der Laufzeit ist ein Verkauf des Anteils nur schwer möglich. Lediglich über einen Zweitmarkt kann der eigene Anteil, oft mit hohen Verlusten, verkauft werden.
Der Anteilsinhaber wird durch den Kauf Kommanditist einer Gesellschaft und erwirbt somit einen Anteil am Gesellschaftskapital. Durch diese Konstellation ist der Anleger an den Chancen und Risiken des Unternehmens beteiligt. Zwar entfällt in vielen Fällen die Nachschusspflicht, also die Pflicht, Geld zusätzlich im Verlustfalle einzuzahlen, doch der Totalverlust der Anlage kann möglich sein.
Dieses Risiko kann durch das Studium des Verkaufsprospektes zumindest minimiert werden. Hier wird das jeweilige Projekt erklärt, ein Renditeplan zeigt die mögliche Rendite des Fonds.
Die Rendite des Fonds berechnet sich aus den Erträgen der Vermietung bzw. Verpachtung des Schiffes abzüglich der Kosten für Geschäftsführung oder Zinsen.
Die erzielten Gewinne des Fonds sind steuerlich Einnahmen aus Gewerbebetrieb. Der Ausweis des Gewinns kann pauschal nach der Nettoraumzahl des Schiffes erfolgen, der so genannten Tonnagesteuer. Somit werden nur geringe Gewinne ausgewiesen, die von den tatsächlichen Ausschüttungen abweichen. Bei Anwendung der Tonnagesteuer müssen die Erträge aus Containerfonds von den Kommanditisten nur noch zu 0,1-0,4% versteuert werden. Dies ist vor allem für Menschen interessant, die Geld langfristig anlegen wollen und deren Freistellungsvolumen bereits ausgeschöpft ist.
Containerfonds bieten aber auch Vorteile im Falle einer Vererbung. Als Bemessungsgrundlage für die Erbschaftssteuer wird der anteilige Steuerbilanzwert herangezogen. Dieser ist in der Regel jedoch durch Abschreibungen und bereits erfolgte Auszahlungen an die Anteilseigner gering.
Der Kauf von Containerfonds ist in jeder Bank, aber auch über freie Makler möglich. Vor jedem Kauf sollten Anleger die jeweilige Gesellschaft und das Projekt kritisch betrachten, auch das Verkaufsprospekt sollte gelesen werden. Jede Gesellschaft unterliegt der Prospekthaftung. Werden hier falsche Angaben gemacht, haftet die Gesellschaft hierfür im Falle des Verlustes.
Die Anlage ist mit EUR 15.000 bei vielen Gesellschaften bereits möglich. Die Kosten für den Kauf betragen meist 5% Agio.
